Gestern abend fuhr ich zu einem der teuersten Konzerte, bei denen ich je war. In der Cobb Arena hatte ich einen wunderbar gemütlichen Sitzplatz, wie im Theater. Leider war der Blick vom Balkon nicht so gut. Es ist doch alles sehr sehr weit weg. Aber bei Amos Lee heißt es ja die Augen zu schließen und sich zurück zu lehnen. Mutlu als Vorband stimmte einen hierzu schon sehr gut ein. Er trat auch mehrere Male während des eigentlichen Konzerts in Erscheinung und ist wirklich ein großartiger Musiker mit einer ungewöhnlichen Stimme.

Amos Lee selbst eröffnete mit zwei Songs vom neuen Album. Schon während der ersten Minuten musste/durfte ich fesstellen, dass ein gemütliches Konzert wohl nicht drin war, da jeder Amerikaner an seiner Lieblingsstelle vom Song laut brüllt, sehr sehr laut. Immer mal wieder davon aufgeschreckt, konnte ich nicht so viele Songs genießen. Amos Lee selbst hat aber eine grandiose Stimme. Wenn er redet und erzählt, ist sie fast noch beeindruckender, als beim Singen. Mit seiner tiefen Stimme erzählt er liebevoll Geschichten von seinem Großvater oder anderen Musikern, mit denen er zusammen gespielt hat.

Die Band, die dabei mit auf der Bühne steht ist eher Beiwerk. Bei seinen eigenen Songs und Covern steht er selbst im Vordergrund ohne als Star dazustehen. Ein Grund-Sympatischer Kerl steht da und lässt einen einfach wohlig träumen von Wäldern, Flüssen und allem, was so vor sich hinplätschert. Seine Coversongs überzeugen mich leider wenig, jedoch gibt es zusammen mit Mutlu ein paar sehr lustige Zwischeneinlagen, die alle zum Lachen zu bringen und einen dem Sänger näher bringen. Am Ende erhält er Standing Ovations vom Publikum und die Zugabe wird unten in der Halle komplett im Stehen beobachtet. Ein schönes Konzert, amerikanisches Publikum wird mir glaube ich nie so ganz warm. Nächstes Jahr kommt Amos auch nach Europa, Amsterdam ist schon ausverkauft! Das ist bestimmt anders.

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