Alles begann Mitte Januar, als die Lufthansa
innereuropäische Flüge für 99 Euro hin und zurück anbot. Ich wurde zufällig auf
das Angebot aufmerksam, da Matthias bei der SNCF nach einem guten Angebot ab
Strasbourg suchte und meinte, daß Martin gesagt hätte, daß es keine günstigen
Flüge gäbe. Daraufhin schlug ich ganz dreist einfach die Seite der Lufthansa
auf und gab FRAU-LYS für den Termin, dan dem ich reisen wollte ein. Der Betrag
war erschreckend und erfreuend zugleich. 99 Euro kosteten Hin- und Rückflug
zusammen. Sofort rief ich bei Martin an, ob er Zeit habe. Es klappte und ich
konnte den günstigen Lufthansa Flug buchen.

Eine Woche bevor ich fliegen wollte, als ich gerade mitten
im Prüfungßtreß steckte, begannen sich die Nachrichten um den Lufthansa
Streik zu häufen. Mir wurde klar, daß auch ich betroffen sein könnte. Ich rief
sofort bei der Lufthansa Hotline an und frage, was ich tun könnte. 10 Minuten
Warteschleife hören hieß es hierbei. Dann wurde ich erst einmal mit Warten
vertröstet und der Möglichkeit, falls mein Flug wirklich ausfiele auf eine
andere Airline umbuchen zu können. Also wartete ich, bis der Notfallflugplan in
Erscheinung trat. Am Freitag vor dem Streik realisierte ich den Notfallflugplan
schon 10 min nach dem er im Internet war und sah, daß mein Flug storniert
wurden war. Am Freitag Abend war kein Platz in der Hotline, geschweige denn in
der Warteschleife zu erlangen. Ich versuchte also nachts um 2:00 Uhr anzurufen.
Ich bekam zwar sofort einen Warteschleifenplatz, wartete allerdings vergebens
eine Stunde und hatte schon bei Twitter gelesen,
daß sich auch nach 1:45h nichts verändern würde. Schön, so lag ich einmal
mitten in der Nacht wach und konnte mir das großartige Eishockey Spiel Tschechien
gegen Lettland ansehen. Am nächsten Morgen um sieben Uhr stand ich auf um zum
NAJU Snow Match zu fahren. Also rief ich bei der Hotline an und bekam nach 15
min einen Warteplatz. Um ca. 8:30, als ich schon im Auto saß, endete endlich
die psychisch anstrengende Warteschleife. „Wo gibt es die besten Tapas in
Barcelona, wo gibt es den besten Ausblick über Honkong…“ „Buchen Sie
bequem über Lufthansa.com“ Die englische Stimme konnte mich allerdings nicht
auf eine andere Airline umbuchen, warum auch immer? Um einen Voucher für einen
Bus nach Lyon zu bekommen, meinte sie, müße ich erst nach FRA an den Schalter
fahren, um ihn dort abzuholen. Da ich dies nicht wollte belies ich es dabei und
beschloß erst einmal das Snow Match zu genießen und den Flug abzuhaken.

Am Montag rief ich nochmals bei der Hotline an, um meinen
Flug endgültig zu canceln. Allerdings wartete ich jetzt zum Glück nur ca. 5min
auf eine Mitarbeiterin und diese war sehr höflich und zuvorkommend. Heute hätte
ich wohl sogar noch von Leipzig nach Lyon umbuchen können, ohne Probleme, auch
mit AirFrance. Gut, daß die Internetseite der Lufthansa so gut darüber
informiert hat. Also ich konnte im Internet weder die Infos zu den Vouchern für
Bus und Bahn ins Ausland noch eine Information zu den Umbuchungsmöglichkeiten
finden. Ich bin von der Informationspolitik der Lufthansa nicht sonderlich
begeistert, am Besten war noch der Twitter.

Eine politisches Statement zu den Streiks möchte ich auch
noch abgeben. Ich finde es zwar richtig zu kritisieren, daß Piloten keine
gerade schlecht bezahlte Berufsgruppe sind, und das ein Streik in Zeiten der
Finanzkrise nicht notwendig ist. Aber ich muß auch sagen, daß gerade solche
Taktiken, wie sie die Lufthansa ausführt, nämlich Kapital in irgendwelche Tochtergesellschaften
zu verlagern, die machen dürfen, was sie wollen und dort die Mitarbeiter
außerhalb jeglicher Tarifbestimmungen zu bezahlen, zu solchen Krisen führen
kann, wie wir sie jetzt haben. Das größte Deutsche Flugunternehmen sollte seine
Konzernpolitik schon auf einen europäischen Markt und deßen Regeln ausrichten
und nicht anfangen sich dem internationalen Wettbewerb vollkommen zu
unterwerfen. Natürlich sind Einsparungen nötig, wenn man die momentane
Situation des Unternehmens sieht, doch finde ich es nicht korrekt, diese an den
Mitarbeitern, die dieses Unternehmen jeden Tag vertreten, vorbei zu finanzieren
und zu versuchen diese Mitarbeiter, oder zumindest ihre Tarifverträge,
loszuwerden.

Als betroffener des Streiks hätte ich vor allem die Bitte
gehabt, daß man sich ja wohl vernünftig einigen kann ohne einen Streik mit
Millionenverlusten für ein Unternehmen vollkommen gegen die Wand zu fahren.
Jegliche Diskußion wurde von Seiten der Gewerkschaft abgelehnt, was wohl nicht
dem Sinn einer Streikvermeidung oder Schlichtung entspricht.

Jedenfalls bin ich jetzt nicht geflogen. Freue mich aber
doch noch nach Lyon zu kommen, weil opodo.de und fly.de günstige Flüge ab
Leipzig direkt über München oder Frankfurt anbieten, welche auch wieder von
Lufthansa sind. Ich werde Martin dann ein wenig in seine Prüfungsphase hinein
preschen, aber ich hoffe er überlebt das.

Als kleinen Bericht hinterher, kann ich noch sagen, daß ich
jetzt meine ersten drei Prüfungen: Thermodynamik, Mathematik und Physik,
geschafft habe und es in Mathe und Physik gar nicht so schlecht für die Note
ausieht


Lufthansa

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