Einer der besten Chillout DJs dieser Welt lies sich mitsamt Band gestern in der Muffathalle blicken. Bonobo lud ein zu einer Elektro / Jazz / Rhythm Show mit Gesang, Gitarre, Schlagzeug und vielen Samples direkt aus seiner Sample Sammlung. Doch bevor es hier in München so richtig losging, legte Throwing Snow in einer ca 45 Minuten andauernden Session auf für das echt gute warm-werden. Direkt am Stück mixte und shuffelte er was das Zeug hielt. Dabei kam man nicht nur gut zum Tanzen, sondern auch schon ordentlich ins Schwitzen. Nach 20 min hatte die Halle bereits gefühlte 100°C. Obwohl man bei manchen Songs des guten Mannes doch lieber die Augen schließt und sich weit weg träumt in ferne Welten, mit zwitschernden Vögeln und rauschenden Bächen. Ein Klangfest für die Sinne… und die Beine.

Dann ging das Konzert mit dem großartigen Song Cyrrus los. Dieser ist die erste Veröffentlichung vom neuen Album und vor allem das Video kann sich sehen lassen. Simon Green performte zunächst allein um dann Stück für Stück die Instrumente einsetzen zu lassen. Meist nutze er zuerst die Drums um danach Saxophon, Gitarre und Keyboards einsetzen zu lassen. Zunächst einmal setze er auch weiter neue Stücke ein. Saphire und Towers folgten in einem Stück ohne Pausen. Wunderbar um sich mittragen zu lassen von dieser einmaligen Musik. Ganz ruhig und gelassen lies Bonobo hinter seinem großen Tisch versteckt, die Hände über den Bass, Laptop oder Mischpult gleiten. Die Show besteht mehr aus den Lichteffekten der riesige LED Wand hinter ihm, als aus der Bewegung der Protagonisten. Die Bilder auf der Wand wechseln zwischen Häuseransichten, Regentropfen, farbigen Welten bis hin zu futuristischen Leuchtfeuern.

Danach flossen in das Programm auch „ältere“ Stücke, wie Kiara und Kong ein. Hier traf man zum ersten Mal auf die wunderbare und beeindruckende Sängerin Szjerdene, die Bonobo die gesamte Tour begleitet. Ihre Stimme wechselt zwischen hauchzarten Klängen und staccato vorgetragenem Sprechgesang. Von Adreya Triana ist sie bei Zugabennummern, wie The Kepper qualitativ nicht abzutrennen. Jedoch versprüht sie noch mehr Leichtigkeit und jede Zeile wirkt eher wie gehaucht, als gesungen.

Bei der Band fragte man sich leider manchmal, wozu die 5 Jungs überhaupt auf der Bühne stehen. Saxophon und Klarinette wurden äußerst spärlich eingesetzt und Simon Green schaffte es mit seinem Bass oft die E-Guitarre zu übertönen. Sobald die Jungs allein in Erscheinung traten, wusste man allerdings, warum sie ausgewählt wurden, um an dieser faszinierenden Show teilzuhaben. Ein Bonobo Konzert enthält dann auch auf einmal ein Saxophon oder Schlagzeug Solo. Überhaupt ist das Ganze sehr Facetten reich. Einige Male träumt man sich hinweg und schließt sanft schwingend die Augen. Ein anderes Mal tanzt man wie wild durch die Gegend, die Arme in die Luft stoßend. Permanent schnappt man nach Luft. Jeder bewegt sich und es ist heiß, sehr heiß.

Ein wundervolles Konzert für einen Montag Abend und auf jeden Fall für jeden zu empfehlen.

 

Wieder einmal habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen noch ein paar Fotos zu schießen. Dieses Mal war es jedoch sehr dunkel und ich hatte zu allem noch meine Kamera vergessen. Deshalb gibt es hier als Empfehlung die Fotos von einem professionellen Fotografen, die vor der Publikumsabsperrung geschossen wurden.

 


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